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Ma
Betzeitgeläut
23.05.2018 11:10
Gesegnetes Kreuz
Vaterunser im Kreuz

Hab heute ganz spontan ein Vaterunser gebetet, als die Kirchenglocken der nahen, reformierten Kirche in unserem Dorf um 11 Uhr morgens zu bimmeln begann. In Weych, seit jeher meine Heimat, läuten die Glocken jeweils um 6 Uhr morgens, um 11 Uhr vormittags und um 18 Uhr abends. Dieser Brauch ist also trotz der Reformation im Kanton Zürich erhalten geblieben, wenn auch die Bedeutung davon inzwischen mehrheitlich wohl eher vergessen ging... Traditionell beten die Reformierten, wenn überhaupt, jedoch nicht das katholische Angelusgebet, sondern einfach nur das Vaterunser.

Ich mag den Klang der Kirchglocken. Sie erinnern mich nicht nur an meine Kindheit, in welcher das "Elfiglögglilied" ein fester Bestandteil war, sondern ich mag auch die vertrauten und beschwingten Tonfolgen, welche den Alltag im Dorf je nach Zeit und Zweck unterschiedlich (lang) untermalen.
Vor allem erinnern sie mich jedoch an den
ehemaligen Sigrist unseres Dorfes, welcher viel über die Dorfgeschichte wusste und, wie der Rest seiner Familie, ein Christ im Leben war, der nicht nur "frömmelte", sondern seinen Glauben auch lebte. Während seine Frau die Hebamme bei meiner Geburt war und bis heute eine Freundin der Familie blieb, wurde er der Patenonkel meines geliebten Brüderchens. Er kümmerte sich stets sehr warmherzig um ihn, weswegen er heute noch jeden Tag(!) von ihm erzählt, obwohl er schon einige Jahre verstorben ist...
Schade, dass er den kompletten Jakobsweg nicht mehr zu Ende schaffen konnte.

Immerhin: Die Erinnerung an Werni lebt weiter. Jedes Mal, wenn wir "seine" Glocken singen hören.

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