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Geschmücktes Vortragekreuz

Auch wenn ich noch nicht ganz zu meiner üblichen Ordnung zurückkehre, so habe ich wohl dennoch ein Wort zum Sonntag für heute:


Freude!

Die Zeit des Fastens und des Schweigens ist vorüber!
Die Zeit der Trauer liegt hinter uns! Hoffnung, Liebe und das Gute halten stattdessen feierlich Einzug...

Auch wenn ich mich über diese frohe Botschaft unermesslich freue, so blicke ich ein Stück weit bedauernd zurück, denn ich erlebe die Fastenzeit nicht als "Strafe", eigentlich eher im Gegenteil: Auch wenn ich meine streng gesetzten Rahmen so manches Mal überschritten habe, so empfand ich die Gesamtsituation des bewussteren Lebens eindrücklich und positiv. Insgesamt habe ich meine Ressourcen besser kennen gelernt und sie optimaler zu nutzen begonnen. zB habe ich mir mehr spezifische Videos mit lehrreichen und/oder erbaulichen Inhalten angeschaut statt derbe Flachwitze aus Cartoonserien, die ich zuvor schon dutzende Male wiederholt anschaute.

Vielleicht wirds an dieser Stelle kurz Zeit für ein allgemeines Fazit, denn ich denke, ich werde auch weit über die Fastenzeit hinaus noch viel mitnehmen können, was mich in den letzten Wochen geprägt hat:

Acies-Feier 2019
Bischof Vitus Huonder

° Acies-Feier am Zürisee: Jährlich treffen sich aktive und helfende Marienlegionäre zum gemeinsamen Gottesdienst, bei dem das Missionarsversprechen erneuert wird. Zwar hatte ich starke Mühe mit der... befremdlichen... Art des Priesters (Ja, auch als gläubige Katholikin, die Obrigkeiten zutiefst respektiert, muss ich nicht zwangsläufig alles gut oder toll finden), jedoch machten dies zahlreiche Legionäre wieder wett, die mir mit viel Liebe und Beherztheit begegneten. Ich danke Euch, liebe Brüder und Schwestern! Ich vergesse Euch und Eure Früchte der Nächstenliebe nicht! <3

° Wiedereröffnung der katholischen Kirche von Eglisau / Begegnung mit Bischof Vitus Huonder: Die Kirche von Eglisau wurde nur einen Tag nach der Acies-Feier nach langer Renovierungsarbeit wieder eröffnet. Ich war angenehm überrascht vom neu gestalteten Innenleben; auf den Plänen wirkte es sehr grau... Der Naturstein ist jedoch recht hell und besitzt eine faszinierende Musterung. Das stilisierte Kreuz an der Wand sieht auch aus wie eine Muschel oder eine Hostie. Obwohl also die Kirche recht schlicht gestaltet ist, so bietet sie Licht und Raum und besitzt dabei doch reichlich Symbolik. Am besten gefällt mir die neue Marienstatue. Sie ist ebenfalls schlicht gehalten, aber einfach wunderschön, vor allem wie sie das Jesuskindlein in ihrem Arm mit einem liebenden Blick bedenkt!
In einer feierlichen Prozedur wurde sie von Bischof Huonder eingeweiht, der damit eine seiner letzten Amtshandlungen vollzog. Beim anschliessenden, gemeinsamen Feiern fand ich es eine wunderbare Ehre, mit dem Bischof noch einige Worte persönlich zu wechseln. Manche kennen das vielleicht: Man liest in den Medien viel über eine Person und hat dann irgendwann ganz automatisch ein Bild oder eine Vorstellung von ihr vor Augen, obwohl man die Person gar nicht persönlich kennt. Über Bischof Vitus wurde und wird viel berichtet, mitunter auch mit einer sehr negativen Grundhaltung, je nach Medium. Ich durfte an jenem Tag einfach die Erfahrung machen, dass ich eine Begegnung mit einem tollen, freundlichen, fröhlichen und offenen Menschen hatte. Das fand ich richtig schön ich war froh, dass ich nicht viel auf die Meinung irgendwelcher Boulevardschlagzeilen gebe. Vielleicht hätte ich sonst einem guten Menschen ein grosses Unrecht angetan!

° Brand der Notre-Dame von Paris: Ich war beim gemeinsamen Abendmahl mit den Franziskanermönchen im Herzen von Zürich, als meine Mutter begann mir aufgeregt Nachrichten zu senden, warum ich noch nicht bei ihr sturmklingle. Die Notre-Dame stehe in hellen Flammen! Mein Herz erhielt einen ordentlichen Stich. Wie oft war ich im Leben in dieser Kirche? Sie hat meine Kindheit durch den Disney-Klassiker und Hugos unsagbar bildgewaltiges Literaturkunstwerk geprägt, ebenso meine Jugend, als wir im Seniorjahr der Oberschule jeden Tag unserer Klassenreise bei dieser Kirche begannen!

Dieser prachtvollen und historisch unermesslich kostbaren Kathedrale quasi hilflos und "live" beim Zerfall zuzusehen, das löste etwas in mir aus, völlig unerwartet, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Umso mehr bewegten mich die Umstände, die nach dem Brand ans Tageslicht traten: Nahezu niemand wurde verletzt, keiner verlor im sonst so gut besuchten Gotteshaus sein Leben! Ein mutiger Pastor rettete die Dornenkrone, die im Inneren der Kirche unbeschädigt blieb, ebenso wie alle drei prachtvollen Rosettenfenster. Inmitten von Schutt und Asche strahlte das Kreuz des Altars, als hätte der Herr selbst über sein Haus gewacht!

Die Solidarität in der Welt berührte mich tief, auch wenn ich, so hart das vielleicht klingen mag, die Spendenbereitschaft eher mit gemischten Gefühlen betrachte. Das jahrhundertealte Holz lässt sich nicht ersetzen und ich denke, diese gewaltige Summe wäre besser dort investiert, wo sie tatsächlich etwas nützen würde. Es gibt so viele, arme Menschen, in Frankreich, in der ganzen Welt... Schon in der Bibel steht doch, dass all diese Prachtbauten vergehen werden und dass wir unseren Reichtum im Himmel anhäufen sollen, indem wir das Beste für die Geringsten unserer Brüder tun. Bei aller Liebe, auch mir ist dieses Gebäude emotional wichtig, aber es ist und bleibt in der Relation "nur" ein Gebäude.
Ist aber nur meine Meinung.

° Anschlagsreihe in Sri Lanka: Eine Meldung, die mich grade erst heute erreicht hat und bei der ich mir sogleich dachte: Bleibste ruhig gleich Offline, ist wohl gesünder für den Puls (macht nichts ungeschehen, ist mir schon klar). Über 200 Tote, hunderte Verletzte und das an Ostern! Ich kann dazu echt nicht mehr sagen, ausser, dass ich einen Kloss im Hals habe......

° Er-Leben im Allgemeinen: Im Verlauf der Fastenzeit sind viele grosse und kleine Dinge geschehen. Ich durfte loslassen, freiwillig wie (erst) unfreiwillig. Mein Gewicht ging schön nach unten, jede Hostie schmeckte plötzlich ganz markant nach vollmundigem Korn. Ich hatte zahlreiche, erbauliche Begegnungen im Alltag. Ich habe jeden meiner Diensteinsätze intensiv gelebt und genossen. Es war stets genug Zeit zum Innehalten und Besinnen, für Gebete. Über jede einzelne Nachricht habe ich mich sehr gefreut, auch wenn ich erst jetzt mal langsam zum Beantworten all der lieben Messenger-Nachrichten und Mails komme. Sorry, sorry, sorry an alle! Ich hab Euch alle richtig lieb, aber Ihr kennt ja meine Einstellung: Wir sitzen alle, mich natürlich mit eingeschlossen, viel zu viel an unseren Kisten. Darum lasse ich mir oft entsprechend Zeit, bis ich Euch mit all der Liebe antworten kann, die ich Euch so gerne senden mag. Bitte seht's mir nach! <3
Im Ernst, da sind so viele, liebe Menschen, die ich schlicht nicht verdiene...
Umgekehrt habe ich gemerkt, dass ich vieles aus meiner Vergangenheit nicht mehr benötige. Manchmal ist da noch dieses Gefühl von "Heimweh", dieses innere Fragen nach alten Gewohnheiten. Jeweils kurz nahm ich dann Dinge wie Games, diverse Habseligkeiten etc. wieder auf, nur, um oft nur Minuten später zu merken: Nee, brauchts eigentlich nicht mehr. Stattdessen treibt mich die Kraft und sämtliche Gewalten nur noch in die eine Richtung, die mich wahrhaftig erfüllt. Es kommt schon gut... Noch bin ich in der Welt und damit auf einem Pfad des Erlernens und des Formens.

° Shanti beim Tierarzt: Vor rund einer Woche musste ich mit meinem Zwerghamstermädel zum Tierarzt, da sie plötzlich dauernd am Rand des Wassernapfes herum nagte und sich zudem auf ihrem Rücken plötzlich ein vermeintlicher Fellwirbel zur grossen Beule entwickelte. Zum Glück stellte es sich nur als verstopfte Talgdrüse heraus und nicht als Tumor, jedoch wurde bei der Untersuchung auch festgestellt, dass Shanti wohl einfach nicht weiss, wie man richtig Hamster ist. Scheinbar hat sie ihre Zähnchen noch nie abgewetzt (von den Krallen, die ich ihr schon mehrfach sehr mühsam stutzen musste, ganz zu schweigen)! Sie waren schon gefährlich lang geworden und wurden deswegen extra etwas kürzer abgeschliffen. Seither versucht sie dennoch permanent ihre Zähne am Porzellan statt an all ihrer nagetauglichen Holzeinrichtung abzuwetzen... Oder inzwischen auch oft genug an meinen armen Fingern.

° Diverse Ausflüge: Ich war viel unterwegs, trotz kurzfristiger Einschränkung meines rechten Knies, wo wohl irgendwelche Muskelfasern gerissen waren. Die Reisen reichten vom meditativen Bogenschiessen im Kloster Kappel bishin zu diversen Wanderungen im traumhaften Frühlingsgrün. Das Leben erblüht wieder und das schlägt sich konstant sowohl in meiner Stimmung nieder als auch in meinem Bewegungsdrang, von ausgedehnten Spaziergängen bishin zu den ersten Fahrradtouren des Jahres.

Es war also eine Menge los... Wahrscheinlich habe ich die Hälfte erst noch vergessen, weil es schon spät ist.

Wir lesen uns bald wieder! Denn es geht weiter voran.

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Ausschnitt aus dem Hungertuch 2019

Das MISEREOR-Hungertuch 2019 „Mensch, wo bist du?“ von Uwe Appold
© MISEREOR

Sechste Hungertuch-Meditation: Die heilige Schrift

Mensch, wo bist Du?
Suchst Du? Dann findest Du!

Der HERR schenkte dem Menschen die heilige Schrift als beständiges Gleichnis zwischen Himmel und Erde. Wer willens ist sich mit dem Wort Gottes auseinanderzusetzen und die Beziehung zu ihm in Liebe und sehnsuchtsvollem Suchen zu verbringen, der wird in diesen alten Schriften wunderbare Schätze entdecken, wie das Erdreich beim Schürfen kostbares Gold offenbart.

Vieles ist auf den ersten Blick nicht erkennbar, doch bei genauer Betrachtug offenbart sich da ein Symbol der Ewigkeit, dort die Dreifaltigkeit, die durch den heiligen Geist verbunden ist, dort eine klare Botschaft in Form eines !... Verstanden und aufgenommen werden können diese Botschaften jedoch nur durch einen starken Glauben, der, dargestellt als ein rotes Kreuz, von der linken Seite her - der Seite, auf der das Herz sitzt - auf die Schrift weist.

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Ausschnitt aus dem Hungertuch 2019

Das MISEREOR-Hungertuch 2019 „Mensch, wo bist du?“ von Uwe Appold
© MISEREOR

Fünfte Hungertuch-Meditation: Das Band

Mensch, wo bist Du?
Lass Dich ergreifen!

Da ist unser König, ganz in Blau; der warme Schein seiner Liebe überragt den Bildrand und alle Vorstellungskraft...
Ihm entspringen alle Formen des Lebens, doch sie alle sind nicht genug: Sein Meisterwerk, das er über all diese Lebewesen erhebt, ist von ihm geschaffen nach seinem Bilde.
Wie auch der Schöpfer, der sich beispielsweise als "eifersüchtiger Gott" erklärt, ist auch sein Ebenbild geschaffen mit Ecken und Kanten, mit charakteristischen Merkmalen. Trotz der einst perfekten Schöpfung ist das Abbild fleckenbesetzt und fehlerhaft, aber auch weiss, wie ein Blatt Papier, das sich wieder neu gestalten lässt. Es ist nicht alles missraten und verloren, denn der Mensch an sich ist gut!

Die enge Bindung der Schöpfung ist symbolisiert als Band, das vom Schöpfer aus einen Bogen bildet, als wolle er sein Ebenbild liebevoll umarmen und noch näher zu sich ziehen.

Der Verlauf des Bandes, der sich wie ein roter Faden durch das Leben zieht, zeigt sowohl auf die römische Zahl 9 als auch auf die fruchtbare Erde.
Die 9, eine bedeutende Zahl im christlichen Glauben, die auch für den Tod Jesu durch die Römer am Kreuz steht und damit für das Ende eines Lebens, steht dem Bunde fern, obwohl sie im Raum steht. Diese Bindung ist endgültig und unauflösbar, obwohl sie sich dem Tod unterordnet und ihn als Teil des Bildes akzeptiert, sogar hochhält. Der Tod und der Schöpfer sind verbunden. Der Tod ist nicht das Ende, sondern das Bindeglied zum Ursprung allen Lebens.

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Ausschnitt aus dem Hungertuch 2019

Das MISEREOR-Hungertuch 2019 „Mensch, wo bist du?“ von Uwe Appold
© MISEREOR

Vierte Hungertuch-Meditation: Die Erde

Mensch, wo bist Du?
Bist Du standhaft?

Dem Raum des Königs entsteigt seine Schöpfung: Die Erde, das fruchtbare Land.
Spitz läuft es zu, wie die südlichen Kontinente, deren Bodenschätze besonders gross sind: Gold, Erdöl, Kaffee- und Kakaobohnen, Baumwolle... Viel Kostbares beherbergt der Boden dort.
Leider sind so auch tiefe Narben erkennbar, ähnlich den Rissen unseres Hauses: Die Gier hinterlässt dort Spuren. Jeder Ertrag, das zeigt das Blut, kostet Leben.

Stehe für das Recht ein, Mensch, für die Gerechtigkeit!
Siehe nicht über diese Narben hinweg.
Erde Dich und wehre Dich gegen die Lähmung des Leids!

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Ausschnitt aus dem Hungertuch 2019

Das MISEREOR-Hungertuch 2019 „Mensch, wo bist du?“ von Uwe Appold
© MISEREOR

Dritte Hungertuch-Meditation: Königsblau

Mensch, wo bist Du?
Versunken? Ruhend?

"Feeling blue" ist nicht nur im Englischen ein Begriff, denn Menschen können an allen Ecken und Enden der Welt in einen Strudel des Leids gezogen werden. Sie versinken in den Untiefen eines inneren Ozeans, in einem Tränenmeer, dessen dunkler Abgrund vielleicht kein Ende offenbart...

Doch es gibt auch andere Schattierungen. Abstufungen, Abschwächungen.
Ganz sachte klärt sich der Himmel nach dem Sturm, der manchmal wütet.
Es kehrt Ruhe ein.
Die tiefe See beruhigt sich wieder und ihre Wellen schaukeln gleichmässig und sanft dem Ufer entgegen, während der Himmel wieder sein unbeschwertes, heiteres Hellblau trägt.

Dieses Blau hier ist anders als das Türkis des Meeres oder das Vergissmeinnichtblau des Himmels.
Es ist ein spezielles Blau!
Kräftig und charakteristisch, aber nichts Irdischem zuteilbar, höchstens vielleicht dem Lapislazuli – einem Stein, einem festen Stück Erde, dessen edle Farbe früher ausschliesslich den erhabensten Menschen vorbehalten war, wie etwa den Königen und Herrschern.

In diesem weiten Raum wohnt also der König! Im Blau des Himmels wie auch im Blau des Wassers, aus dem das Leben hervorgeht und aus dem wir bestehen.
In der Farbe der Treue.
In der Farbe der Ruhe.
In der Farbe des Mütterlichen, durch die wir ebenso das Leben geschenkt bekommen, wie durch das goldene Licht: Blau und Gelb ergibt Grün, die Farbe des Wachstums und der Gesundheit.

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Ausschnitt aus dem Hungertuch 2019

Das MISEREOR-Hungertuch 2019 „Mensch, wo bist du?“ von Uwe Appold
© MISEREOR

Zweite Hungertuch-Meditation: Der Ring

Mensch, wo bist Du?
Sieh nur, diese Gewalt!

Wie unser Haus, das uns schützend umgibt, so ist auch der Ring gezeichnet von Kampf und Leid. Doch was tut das seiner mächtigen Wirkung für einen Abbruch? Sie strahlt, seine Kraft, golden wie die Sonne, erhaben über all die winzigen Momente der Not, die letztendlich nur klein und unbedeutend wirken. Das Leid ist nicht von Dauer, der Ring jedoch, ohne Anfang und Ende, hat Bestand. So gilt auch noch immer der Bogen des Bundes, den der HERR mit dem Menschen namens Noah schloss...

Der Ring spendet uns das Licht des Lebens: So ist er die Flamme der Hoffnung. Für uns ungreifbar ist er doch immer da, denn er umschliesst jeden Aspekt unseres Lebens, auch dann, wenn wir ihn hinter dicken Mauern nicht zu erkennen vermögen. Durch die Lücke des Eingangs erkennen wir dennoch seinen verheissungsvollen Schimmer.

Seine wahre Grösse offenbart sich uns erst, wenn wir ihn aus einer anderen Perspektive sehen: Dann, wenn wir das Haus, unser Leben, zurücklassen und zu ihm in den Himmel emporsteigen. Dann erst erkennen wir, wie viel Raum dieser Spender des Lebens einnimmt, denn er ist der Raum unseres Lebens!

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Ausschnitt aus dem Hungertuch 2019

Das MISEREOR-Hungertuch 2019 „Mensch, wo bist du?“ von Uwe Appold
© MISEREOR

Erste Hungertuch-Meditation: Das Haus

"Mensch, wo bist Du?"

Da ist die Erinnerung an "The Day the Earth smiled".
Wir alle sind irgendwo.
Wir alle sind hier, in einem spürbaren Haus, das fest gebaut ist, aus starker Erde.
Hell leuchtet es: Gelb wie ein sonniges Gemüt, aber auch Weiss, denn es umfasst alles und ist doch offen für Neues. Ja, der Eingang steht immer offen, es wird kein Unterschied gemacht, wer eintreten darf.

Es bietet uns Obdach und Schutz, schenkt uns Wärme in kalten Tagen und spendet Schatten in glühender Hitze. Dieses Haus gibt uns alles, was wir brauchen; vielleicht sogar noch mehr. Im Inneren gibt es Spielraum.

Aber die Mauern unseres Hauses zeigen auch Risse, leider. Blutrote Spuren offenbaren, dass dieses Haus sehr beansprucht wurde. Vielleicht wurde es sogar durch manches Leid tief erschüttert...
Es ist unser Haus. Wie verloren wären wir ohne unser Zuhause?
Wir alle sind in der Verantwortung es zu beschützen, so, wie es uns schützt!
Noch ist es nicht zu spät, noch steht das Haus, das schon viel überstanden hat.

Mensch, wo bist Du?
Du wirst gebraucht.

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Fastentag 2
Flyer

Kommt zahlreich!
Hört sich nicht nur spannend an, ist auch für einen guten Zweck. :)

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Lesung aus dem Buch Jesus Sirach:
"Wie beim Sieben Unrat zurückbleibt, so werden die Fehler eines Menschen durch Nachdenken sichtbar. Wie der Ofen die Gefässe des Töpfers erprobt, so kann man den Menschen prüfen an seiner Rede. An der Frucht merkt man, wie der Baum gepflegt ist; ebenso erkennt man das Herz des Menschen an seiner klugen Rede. Du sollst niemand loben, bevor du über ihn nachgedacht hast; denn so prüft man die Menschen."

Aus dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus ✝:
"Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann denn ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Ein Jünger steht nicht über dem Meister; wer aber alles gelernt hat, der ist wie sein Meister. Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge, aber den Balken im eigenen Auge nimmst du nicht wahr? Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, danach kannst du sehen und den Splitter aus deines Bruders Auge ziehen. Denn es gibt keinen guten Baum, der faule Frucht trägt, noch einen faulen Baum, der gute Frucht trägt. Ein jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt. Denn man pflückt nicht Feigen von den Dornen, auch liest man nicht Trauben von den Hecken. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser bringt Böses hervor aus dem Bösen. Denn wem das Herz voll ist, dem geht der Mund über."

Sinnen wir also über diese Worte der Selbstreflexion.

Reflexion

Ich persönlich hatte etwas Mühe mit der eher anklagenden Predigt des Pfarrers und der Verteufelung des Internets (nebst meinem Bruder und mir waren nur ältere Semester vertreten, die dem Digitalen vielleicht ohnehin schon ablehnend gegenüberstehen), jedoch konnte ich ihm durchaus beipflichten. Nur, weil mir jemand nicht sympathisch ist, heisst das für mich nicht, dass er automatisch im Unrecht ist und seine Perspektive ohne Wert ist!

Wie ich in den letzten Tagen gerade selbst Online feststellen durfte, scheint das Herz von manchem Gläubigen durch das eigene Ego schwer beschädigt. Hier wird mit Beleidigungen um sich geworfen, wenn die ausschliesslich für sich selbst gepachtete Erleuchtung durch das böse, böse Lehramt untergraben wird, da wird dem Gegenüber passiv-aggressive Unterstellungen zu verstehen gegeben, dass das eigene Ego wichtiger ist, als sich einmal in das Gegenüber zu versetzen, Worte auf sich wirken zu lassen und sich vielleicht auch einmal selbst skeptisch zu hintersinnen oder sogar aus der Sichtweise des Gesprächspartners zustimmend eine wertvolle Erkenntnis zu bringen.

Dabei hätte jeder von uns Sündern erst einmal genug vor der eigenen Türe zu kehren. Es ist spannend, wie die Kanervalszeit jedem präsent scheint, aber dafür die Zeit danach, die des Fastens und der Busse, nicht... Das gleiche Trauerspiel herrscht aktuell auch bei Dingen wie z.B. der Politik.
Viele scheinen zu wissen, wie es um den Planeten steht und dennoch scheinen nur Wenige willig, an der Tragödie etwas zu ändern und sich selbst zum Wohle aller etwas einzuschränken.
So scheinen auch die Kirchgänger, die noch übrig sind, zu erkennen, wie die Kirche unter dieser inneren Zerrissenheit zerfällt, wie die Mitglieder davon laufen 
 dennoch wurden z.B. mein Bruder und ich, die sonst im zugehörigen Bistum Chur und nicht im benachbarten Bistum Basel den Gottesdienst besuchen, als "Fremde" nicht wirklich warm empfangen, obwohl wir als Grenzort auch den Kaiserstuhlern im Aargau seelsorgerisch zugeschrieben werden. Auch früher, als ich noch dort im Kirchenchor sang, herrschte ein entsprechend überhebliches Klima. Das heisst nicht, dass alles hier auf dem Land schlecht ist, es sind einfach nur erlebte Beispiele aus erster Hand, die geprägt haben. Als ich mich der Kirche wieder zuwendete, war deswegen für mich klar: Lieber tue ich mir eine halbe Tagreise für eine Kirchgemeinde an, in der ich mich willkommen und aufgehoben fühle, als dass ich mir diese Gesellschaft als Sorgenkind aufhalse. Dabei hätte das Nachbardorf mit der Hand voll überalterten Einwohnern im Grunde den Support nötiger, als eine mittelgrosse Gemeinde, in der die Kirchen stets durch alle Altersklassen gut besucht sind... Es ist an diesem Beispiel ein typisches Armutszeugnis im Kleinen, das ich mir nicht für eine Kirche wünsche, die von einem gütigen und offenherzigen Herrn geschaffen und entsandt wurde, um Worte der Liebe und der Vergebung zu verkünden. Und dieses Beispiel im Kleinen zeigt auch, dass es zu einfach ist, sich immer nur das Maul über die höheren Positionen der Kirche und deren Versäumnisse und Vergehen auszulassen. Wir alle sind die Kirche, jeder Einzelne von uns ist nicht minder in der Verantwortung, um Gottes Willen nach bestem Wissen und Gewissen in die Tat umzusetzen.

Beten wir dafür, dass alle Gläubige sich ein offenes und ehrliches Herz bewahren.

Amen.

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28
Feb
Tamara

Lesung aus dem ersten Buch Samuel:
"Da machte sich Saul auf und zog hinab in die Wüste Sif, und bei ihm waren dreitausend Mann, die Ausgewählten Israels, um David in der Wüste Sif zu suchen. Und als David und Abischai in der Nacht zum Volk kamen, sieh, da lag Saul schlafend in der Wagenburg, und bei seinem Kopfende steckte sein Speer in der Erde. Rings um ihn aber lagen Abner und das Volk. Und Abischai sagte zu David: Heute hat Gott deinen Feind in deine Hand ausgeliefert. Und nun will ich ihn mit dem Speer mit einem Stoss an den Boden nageln, einen zweiten werde ich für ihn nicht brauchen. David aber sagte zu Abischai: Töte ihn nicht! Denn wer hätte seine Hand gegen den Gesalbten des HERRN geführt und wäre ungestraft geblieben? Und David nahm den Speer und den Wasserkrug vom Kopfende Sauls, und sie entfernten sich. Und niemand sah es, und niemand merkte es, und niemand wachte auf. Denn sie schliefen alle, da der Tiefschlaf des HERRN auf sie gefallen war. Und David ging auf die andere Seite hinüber und stellte sich in einiger Entfernung auf den Gipfel des Bergs; der Abstand zwischen ihnen war gross. Daraufhin sagte David: Sieh, der Speer des Königs! Einer von den Männern soll herüberkommen und ihn holen. Der HERR aber vergilt jedem seine Gerechtigkeit und seine Treue, denn heute hat dich der HERR in meine Hand gegeben, ich aber wollte meine Hand nicht gegen den Gesalbten des HERRN führen."

Aus dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus ✝:
"Euch aber, die ihr zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde! Tut wohl denen, die euch hassen! Segnet, die euch verfluchen! Betet für die, die euch misshandeln! Wer dich auf die eine Backe schlägt, dem halte auch die andere hin; und wer dir den Mantel nimmt, dem verweigere auch das Gewand nicht. Gib jedem, der dich bittet; und wenn einer dir etwas nimmt, dann fordere es nicht zurück. Und wie ihr wollt, dass die Leute mit euch umgehen, so geht auch mit ihnen um. Wenn ihr die liebt, die euch lieben, was für ein Dank steht euch dann zu? Auch die Sünder lieben ja die, von denen sie geliebt werden. Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für ein Dank steht euch dann zu? Dasselbe tun auch die Sünder. Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr etwas zu erhalten hofft, was für ein Dank steht euch dann zu? Auch Sünder leihen Sündern, um ebenso viel zurückzuerhalten. Vielmehr: Liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, wo ihr nichts zurückerhofft. Dann wird euer Lohn gross sein, und ihr werdet Söhne und Töchter des Höchsten sein, denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.  Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist! Richtet nicht, und ihr werdet nicht gerichtet. Verurteilt nicht, und ihr werdet nicht verurteilt. Lasst frei, und ihr werdet freigelassen werden! Gebt, und es wird euch gegeben werden: ein gutes, festgedrücktes, gerütteltes und übervolles Mass wird man euch in den Schoss schütten. Denn mit dem Mass, mit dem ihr messt, wird auch euch zugemessen werden."

Sinnen wir also über diese Liebe gegenüber Gott in jedem Menschen.

Frieden und alles Gute

Hinter mir liegen harte Tage, auch wenn man sich das vermutlich nur am Bauchumfang meiner Wampe erahnen lässt... Aber ich möchte anders beginnen, bewusst.

Heute lief ich mit meinem Bruder an einer Schar Kinder im Dorf vorbei, die auf dem Platz Fussball spielten (sogar ohne Smartphone, keine Fake News!).
Wie oft musste ich mir schon anhören, die heutige Jugend sei für die Tonne, sie hätten weder Anstand noch sonstige Fähigkeiten?

 

Die Kinder grüssten, freundlich und von sich aus.

Währenddessen darf ich mir anderswo anhören, dass der Papst eine furchtbare Enttäuschung ist, weil nur das in der Wut gehört wird, was gehört werden will und als ob ich dabei persönlich für die Vergehen Anderer gefälligst arg zu büssen habe.
Auf twitter durfte ich feststellen, dass sich Gläubige gegenseitig nicht nur widersprechen, sondern von allen Seiten her sich gegenseitig derart mit Beleidigungen schmähen, dass ich mich in letzter Zeit öfters ein wenig dafür schämte, dass dieser aggressive Haufen nun "meine" Timeline ist.
(Natürlich nicht alle, aber genug und vor allem oft genug... Leider.)

Inmitten dieser verrohten Gesellschaft waren mir diese Kinder, diese kleine und unscheinbare Begegnung, heute also ein grosser Hoffnungsglanz, nebst der Eucharistie, die ich mit vertrauten und weitaus freundlich gesinnteren Brüdern und Schwestern feierlich zelebrieren durfte. Diese bekannten und unbekannten Gesichter, diese offenen Herzen, gaben mir inmitten aufschäumender Wogen ein Zeichen, dass ich nicht müde werden sollte zu hoffen und an das Gute im Menschen zu glauben.

Unsere örtliche "Bus-Schrulle", eine ältere Dame, die manchmal etwas seltsam wirkte, die ich aber für ihre offene Art sehr mochte, meinte oft als beschwichtigendes Fazit zu einer Thematik zu mir: "Wir sind alle Kinder Gottes".
Diese Worte sind mir bis heute hängen geblieben, denn ich erkenne in ihnen viel Wahrheit. Die Menschen an sich mögen heute vielleicht egoistisch wirken, distanz- und respektlos gegenüber allem und jedem, verblendet und erstarrt, aber dennoch bin ich letztendlich doch immer wieder der Überzeugung, dass in jedem Einzelnen der göttliche Kern des Guten wohnt, obgleich wir ihn nicht immer zu erkennen vermögen.

Ich erkenne in meinen einstigen Feinden, dass sie mir in erster Linie leid tun und ich bete für jene, die in den selben Strudeln gefangen scheinen, die mich selbst vor noch nicht allzu langer Zeit in ihrem täuschenden Bann hatten. Ich werde nicht müde mich auf das Gute der Menschheit zu fokussieren und freue mich über die Jugend, die sich zum Wohle des Planeten erhebt, über all die kleinen Alltagshelden, über jede Aussage, die zeigt, dass noch nicht alles verloren ist.

Für diese geistliche Gabe bin ich sehr dankbar.
Manche würden diese Haltung naiv und blauäugig nennen  für mich ist sie nur eines: Sinnvoll, absolut sinnvoll.

Beten wir dafür, dass wir das Gute in allen Dingen nicht aus den Augen verlieren, denn was der Herr für gut erklärt hat, das sollten wir nicht unrein schimpfen.

Amen.

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Lesung aus dem ersten Brief an die Korinther:
"Wenn aber verkündigt wird, dass Christus von den Toten auferweckt worden ist, wie können dann einige unter euch sagen, es gebe keine Auferstehung der Toten? Wenn Tote nämlich nicht auferweckt werden, dann ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist euer Glaube nichtig, dann seid ihr noch in euren Sünden, also sind auch die in Christus Entschlafenen verloren. Wenn wir allein für dieses Leben unsere Hoffnung auf Christus gesetzt haben, dann sind wir erbärmlicher dran als alle anderen Menschen. Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden, als Erstling derer, die entschlafen sind."

Aus dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus ✝:
"Und er stieg mit ihnen hinab und stellte sich auf ein ebenes Feld. Und eine grosse Schar seiner Jünger und eine grosse Menschenmenge aus ganz Judäa und Jerusalem und aus dem Küstenland von Tyrus und Sidon war da. Und er richtete die Augen auf seine Jünger und sprach:
Selig ihr Armen - euch gehört das Reich Gottes.
Selig, die ihr jetzt hungert - ihr werdet gesättigt werden.
Selig, die ihr jetzt weint - ihr werdet lachen.
Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und wenn sie euch ausschliessen, beschimpfen und euren Namen in den Dreck ziehen um des Menschensohnes willen. Freut euch an jenem Tag und tanzt! Denn seid gewiss, euer Lohn im Himmel ist gross. Denn so haben es ihre Väter den Propheten gemacht.
Doch wehe euch, ihr Reichen - ihr habt euren Trost schon empfangen.
Wehe euch, die ihr jetzt satt seid - ihr werdet hungern.
Wehe euch, die ihr jetzt lacht - ihr werdet trauern und weinen.
Wehe, wenn alle Menschen gut von euch reden, denn so haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht."

Sinnen wir also über diese Worte der Hoffnung.

Mutter & Erlöser

"Geheimnis unseres Glaubens". Oft hören wir diese Worte in der Messe und sind uns doch weniger bewusst, welch zentralen Kern sie in einem christlichen Lebenswandel einnehmen: Oft verstehen wir die Wege des Herrn nicht, der uns vielleicht besser kennt als wir uns selbst.

Manchmal stehen wir vor einer Herausforderung, geraten in Verzweiflung und fragen uns, warum er uns das bloss antut, oder was er von uns will. Wir fühlen uns vielleicht ungerecht behandelt und förmlich von Gott verlassen, wenn die tragenden Säulen unseres Lebens wegbrechen und wir merken, dass nichts in diesem Leben wirklich zu 100% gesichert ist.
Mit einem Augenblick können wir unsere Gesundheit verlieren.
In einer Sekunde können sich die verlässlichsten Menschen als untreu entpuppen.
In einem einzigen Unglück können wir all unser Hab und Gut schlagartig verlieren.

In diesem für uns unberechenbaren Chaos, das sich Leben nennt, ist es also ein umso wertvollerer Schatz, wenn wir den HERRN an unserer Seite wissen. Auch wenn wir die Weisungen des Lebens nicht verstehen, wie wir früher die liebevollen Regeln der Eltern als Kinder oft nicht verstanden haben, so wissen wir immer: Unsere Eltern sind für uns da, wie ein beständiger Rettungsanker. So ist es auch mit unserem himmlischen Vater. In den dunkelsten Stunden steht er uns zur Seite und voller Vertrauen dürfen wir uns zu ihm hinwenden, denn er verspricht uns, dass alles wieder gut wird, auch wenn es für uns in einem Moment der Schwäche unmöglich erscheinen mag.

Beten wir dafür, dass wir in den Herausforderungen des Lebens unsere Hoffnung nicht verlieren, die Gott uns schenkt. Diese Gabe der Zuversicht soll uns dabei helfen zu akzeptieren, dass wir viele Geheimnisse nicht zu erkennen vermögen.

Amen.

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Im Kanton Zürich kam es zu einem grossen Ernteüberschuss an Süsskartoffeln. Damit diese nicht alle der Biogasanlage zum Opfer fallen, findet im März eine grosse Verkaufsaktion statt, um die Ernte, deren Wachstum nicht der Norm der Ladenketten entspricht, zu retten.

Wer also Biokartoffeln mag und aktiv gegen Foodwaste vorgehen will, der kann sich hier gerne informieren und vorab schon eine Bestellung aufgeben.

Danke für Euer Engagement! :)

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Erblühende Liebe

Ihr Lieben,

ich wünsche Euch von ganzem Herzen einen gesegneten Tag der Liebe! <3 Mögen die Bande zu Euren Herzmenschen und tierischen Mitbewohnern stark und beständigt bleiben und Eure Herzen offen für alles Gute und Schöne in der Welt!

Kleiner Pro-Tipp: Vergeudet Eure Zeit nicht (nur) mit der Suche nach schönen Blumen, sondern schenkt in dieser von Hektik geprägten Epoche vor allem Eure Zeit und Aufmerksamkeit den Dingen, die Euch wichtig sind.

Liebe kann sehr vielseitig aussehen:
* Ein Moment des Zuhörens
* Etwas Leckeres für die Lieben kochen
* Ein Lächeln an den Unbekannten im Zug
* Jemanden in der Schlange vorlassen
* Müll am Strassenrand zusammen lesen, um Natur und Tiere zu schonen

Es gibt so viele, verschiedene Arten etwas Liebe in die Welt zu bringen... Und sie müssen nicht einmal nur den eigenen Bekanntenkreis umfassen.

Euch allen einen inspirierten Tag!
Scheut Euch nicht, der Liebe Raum zu geben. <3

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Lesung aus dem Buch Jesaia:
"Im Todesjahr des Königs Ussijahu sah ich den Herrn auf einem Thron sitzen, hoch und erhaben, und der Saum seines Gewandes füllte den Tempel. Über ihm standen Serafim. Und unablässig rief der eine dem anderen zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen! Die Fülle der ganzen Erde ist seine Herrlichkeit. Und von der Stimme dessen, der rief, erzitterten die Türzapfen in den Schwellen, und das Haus füllte sich mit Rauch. Da sprach ich: Wehe mir, ich bin verloren! Denn ich bin ein Mensch mit unreinen Lippen, und ich wohne in einem Volk mit unreinen Lippen, und meine Augen haben den HERRN der Heerscharen gesehen! Da flog einer der Serafim zu mir, eine glühende Kohle in seiner Hand, die er mit einer Dochtschere vom Altar genommen hatte. Und die liess er meinen Mund berühren, und er sprach: Sieh, hat das deine Lippen berührt, so verschwindet deine Schuld, und deine Sünde wird gesühnt. Und ich hörte die Stimme des Herrn sagen: Wen werde ich senden? Und wer von uns wird gehen? Da sprach ich: Hier bin ich, sende mich!"

Aus dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus ✝:
"Es geschah aber, während das Volk sich um ihn drängte und das Wort Gottes hörte und er am See Gennesaret stand, dass er zwei Boote am Ufer liegen sah. Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen die Netze. Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte die Menge vom Boot aus. Als er aufgehört hatte zu reden, sagte er zu Simon: Fahr hinaus ins Tiefe, und werft eure Netze zum Fang aus! Und Simon entgegnete: Meister, die ganze Nacht hindurch haben wir gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen. Das taten sie und fingen eine grosse Menge Fische, ihre Netze aber drohten zu reissen. Da winkten sie den Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und mit ihnen Hand anlegen. Die kamen, und sie machten beide Boote so voll, dass sie beinahe versanken. Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füssen und sagte: Geh weg von mir, Herr, denn ich bin ein sündiger Mensch. Denn er und alle mit ihm erschraken über den Fang, den sie getan hatten; so auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die Simons Gefährten waren. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Und sie brachten die Boote an Land, liessen alles zurück und folgten ihm."

Sinnen wir also über diese Zeugnisse der Berufung.

Eile nach dem Hause des Herrn

Beide Bibelstellen, auch die des ungewöhnlichen Fischfangs, werden technisch zu den Zeugnissen der Berufung gezählt, nicht zu den Wundern.

Der Pfarrer stellte die These auf, dass der Zimmermann Jesus wohl vom Fischen nicht viel verstand, da er den Fischern mitten bei Tageslicht die Aufforderung zum Fischen gab. Fische sind normalerweise im Schutze der Nacht oder der Dämmerung unterwegs...
Ich denke, Jesus wusste genau, was er tat. Er wusste, dass bei ihm nichts unmöglich ist, auch nicht eine reife Ernte bei vermeintlich unfruchtbarem Boden. In diesem schönen Beispiel der Berufung des Petrus zeigt sich einmal mehr, wie er uns die Hand reicht: Er lässt uns die Wahl, ob wir auf sein Wort vertrauen. Tun wir dies, so hegen wir vielleicht Zweifel. Wir verstehen zwar vielleicht die Aufforderung, jedoch sträuben wir uns manchmal in unserem Menschsein, sind voller (Selbst)Zweifel im Angesichte einer Aufgabe, die uns vielleicht unmöglich lösbar erscheint.

Wir verstehen Gottes Pfade vielleicht nicht auf Anhieb, da wir nicht wissen, was er weiss. Aber in beiden Zeugnissen des heutigen Tages zeigt sich: Da ist nicht nur die Unsicherheit bei den Berufenen, die sich ihrer Aufgabe erst nicht gewachsen fühlen. Da ist auch die Stärke, dass sie ihr Menschsein erkennen, denn aus beiden Szenen geht ein Bekenntnis des Makels hervor. Sowohl der Prophet Jesaja als auch Petrus, eine tragende Säule des Christentums, sind sich bewusst, dass ihre Berufung nicht nur einfach aus einem Talent besteht, das sie mit den Fingern schnippen lässt, um alle Probleme so schlagartig zu lösen. Sie bekennen dem Herrn ihre Fehler, dass dieser sie dabei unterstützt, an ihnen zu arbeiten. Dadurch sind sie sich bewusst, was sie tun können, dass sie etwas tun können, auch wenn sie erst am Anfang ihres jeweiligen Weges stehen.

Diese beiden Beispiele zeigen, dass es ganz verschiedene Wege der Berufung gibt. Und dass jede dieser geistlichen Gaben uns als Christen immer wieder neu dazu auffordert zu vertrauen und sich weiterzuentwickeln. Der Herr kennt uns und weiss, wie jeder von uns ihn auf seine ganz eigene Weise verherrlichen kann, als Christ im Leben.

Beten wir dafür, dass wir dem Herrn derart bedingungslos vertrauen können, wie er uns in unendlicher Liebe immerzu die Hand reicht, um uns auf unserem persönlichen Weg der Berufung zu leiten.

Amen.

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Aurorium Zürich

Seit rund einer Woche ist in der reformierten Kirche beim Stauffacher im Herzen von Züri eine ganz besonders eindrückliche Lichtinstallation zu bewundern: Mit sphärischen Klängen und der eindrücklichen Kraft des Lichts verwandelt sich die Form im Inneren der Kirche und eröffnet quasi einen "direkten" Einblick in den Himmel, denn diese meditative Vorstellung lässt uns die ersten drei Tage der Schöpfungsgeschichte selbst erleben...

Die Tickets für Erwachsene kosten 10 Franken und sind hier erhältlich. Diverse Abendvorstellungen werden mit zusätzlicher Eventgestaltung begeleitet, weitere Infos dazu und zum Projekt im Allgemeinen sind hier einsehbar.
Die Kirche St. Jakob ist mit diversen ÖVPN-Linien bequem und vor allem klimaschonend erreichbar.

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"Weisst Du, was ich echt nicht haben kann? Den Satz 'Du hast Dich aber verändert!'. Natürlich verändere ich mich, hoffentlich auch! Sonst würde ich ja stehen bleiben!"
"Ja, im Grunde das schönste Kompliment, das man kriegen kann."

An meinem Geburtstag gab es keinen Kuchen.

Ich feiere meinen Geburtstag nicht gerne, da ich nicht gerne im Mittelpunkt stehe, schon gar nicht so gekünstelt... Auch Geschenke gab es keine, zumindest nicht zum Auspacken. Dafür die, die umso wertvoller sind: Ich verbrachte Zeit mit einem geliebten Menschen, der mir so gut tat, dass mir erst um kurz vor drei Uhr nachmittags bewusst wurde, dass ich ja noch gar nichts im Magen hatte, mit Ausnahme des Kaffees, den wir uns in der gemeinsamen Zeit genehmigten. Tatsächlich brauchte es auch nicht mehr, denn das Glück wieder psychisch aufgebaut zu werden erfüllte mich dermassen, dass die innere Leere nicht mit etwas Anderem verzweifelt gestopft werden musste.
Nashira, meine beste Freundin, hatte schon recht, als sie sagte, dass die Fresserei einen tieferen Ursprung hatte und dass wir uns beide einfach mehr sagen müssen: "Es reicht. Wir sind gut genug. Wir sollten uns mehr vor Augen führen, was wir schon alles im Leben geschafft und geleistet haben."

Überhaupt haben wir viel geredet, über alles Mögliche. Ich merkte, dass ich im typischen Zürcher Fahrwasser gefangen war und wohl öfter mal wieder nach Bern kommen sollte... Denn wie so oft habe ich mir über viel zu viele Dinge Sorgen gemacht, die es gar nicht gebraucht hätte.
Sie nahm gelassen entgegen, dass mir unser gemeinsames Jugendidol eine liebe Erinnerung geworden ist, die ich anders in Ehren halte, als mich weiter auf Materielles wie Merch zu versteifen. Ich war erleichtert, dass sie diese Entwicklung nicht als "Verrat" unserer bisherigen Ideale sah, sondern eben als die entscheidende Entwicklung, die sie einfach darstellt.
Unbefangen und aufgehoben plauderten wir uns so von einem Thema zum nächsten; vom sozialen Engagement, das uns beiden so wichtig ist, zum Reisen, zur Religion bis zu offenen Gedanken über unsere Zukunft... Es war reiner Balsam für die Seele und alles fand Platz, obwohl das Zeitfenster enger bemessen war als sonst üblich.

Beschwingt und vor allem von vielen Dingen erleichtert wanderte ich im Anschluss noch etwas durch die herrliche Altstadt von Bern; vorbei am prachtvollen Bundeshaus und an der Zytglogge, bis zum ausladenden Münster im Kern der engen und malerischen Gassen.
Dort liess ich mich kurz nieder, liess das Licht der strahlenden Glasfenster auf mich wirken und dankte dem Herrn für diesen Tag, den er mir geschenkt hat.

Noch bevor ich früher als geplant die Rückreise nach Züri antrat, konnte ich alles bequem und ohne Stress erledigen, was ich sonst noch so erledigen wollte. Beflügelt reiste ich mit dem Zug heimwärts, die Musik der Priester im Ohr, die sich schöner anfühlte als schmelzende Schokolade auf der Zunge. Ich hatte beide Male einen Fensterplatz auf dieser sonst so vollen Hauptstrecke und auch sonst mangelte es mir an keiner Kleinigkeit.

Wieder in den heimischen Mauern hielt ich die Fotos von mir in den Händen, die ich in Bern spontan habe machen lassen. Eigentlich hasse ich Fotos und drücke mich sogar in den Ferien um so manche, schöne Erinnerungsaufnahme. Aber dieses Mal habe ich mich bewusst aufnehmen lassen, breit lachend und voller Stolz mit dem Kreuz um den Hals, das Nashira nun ebenfalls trägt, da ich ihr eines als Geburtstagsgeschenk besorgte.
Das bin ich.
Das Lächeln von heute möchte ich mir bewahren.
Ich habe in den letzten Wochen viel Leid durchgemacht und war wirklich von jedem der Schuhabtreter.
Damit ist jetzt Schluss. Das Göttliche wohnt auch in mir und diesem habe ich genauso Sorge zu tragen, denn es heisst "liebe den Nächsten wie Dich selbst" und nicht "liebe nur den Nächsten statt Dir selbst"!

Und so beschenkte ich mich selbst mit einem kleinen Stück Freiheit: Ich war nie begeistert von Whatsapp, also löschte ich meinen Account und bleibe bei Telegram. Wem ich was wert bin, der wird mir folgen und wer nicht, der soll alleine weiterwursteln.
Auch löschte ich meinen twitter-Account. Ich hielt dort seit Wochen alte Gewohnheiten aufrecht, die mir eigentlich nichts mehr sagen und zu oft wurde ich ermüdet von irgendwelchen Politfloskeln usw.
Jetzt habe ich nur noch den Zweitaccount, auf dem ich ausschliesslich der Hand voll folge, die ich möchte und auf dem ich Negativem keinen Raum mehr bieten mag. Vielleicht findet einer meiner wenigen Lieben dort hin und sonst verstehe ich, dass nicht jedem meine Entwicklung passt, weswegen ich mich auch leise und ohne theatralischen Abschiedsgruss zurück zog... So oder so wünsche ich jedem alles Gute.

Ich habe ein grosses Stück Frieden erlangt.
Mit der Vergangenheit und der Gegenwart, vor allem aber auch mit mir selbst.

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Erleuchtung

"Gott spricht: Ich schenke Euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in Euch." — Ezechiel 36, Vers 26 (E)

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