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Ma
Eine Lektion
05.05.2018 23:50

"Ich sollte wieder etwas mehr nach der spirituellen Stille suchen" dachte ich heute ganz harmlos... Und bekam postwendend eine Antwort. :')

Mein Tag begann heute damit, dass ich mein Smartphone irgendwo im Haus ablegte, wo ich es sonst nie hinlege. Ergo: Ich vergass es doch tatsächlich zu Hause. Ich, der digital Native! Kaum verliess ich das Haus und realisierte dabei noch meinen Verlust, bekam ich die Eingebung: Ihr hängt viel zu viel in diesem nichtexistenten Raum fest, wie ein Elephant, der an einen Stuhl gefesselt ist. Heute erlangst Du wieder den Blick für das Wesentliche.
Ich beschloss, auf dieses Zeichen zu hören, statt hysterisch wieder in die Wohnung hochzurennen.

Stattdessen begann ich den ganzen Tag hindurch wieder vermehrt damit, mich dem Herrn im stillen Dialog zuzuwenden. Dabei eröffneten sich mir allerhand neue Erkenntnisse und Perspektiven. Gott antwortet uns, wenn wir uns ihm nur offen zuwenden, davon bin ich überzeugt!

So gab es also kein PokémonGO auf dem Weg, keine Musik im Ohr, keine Twitterei, kein spontanes Sekundengoogeln zu allem unnützen Wissen der Welt. Dafür nahm ich das beruhigende Brummen des Postautos verstärkter wahr, ebenso die grüne, vorbeiziehende Landschaft. Viele Details fielen mir ins Auge. Im Zug vernahm ich ein leises Gespräch eines älteren Paares, offensichtlich auf Wanderschaft. Sie hielten ein sehr tiefes, moralisches Gespräch ab.
Auf der Arbeit schaute mich der Kollege an, als hätte er einen Alien vor sich, als ich weder Rechner, noch Navi per Sofort in Pixelform zur Hand hatte.

Das Gerät geriet bei mir schneller in Vergessenheit, als ich erst dachte. Ich hatte zwar einige Male ein paar automatisierte Aufblitzer im Hirn (Das wäre ein guter Tweet, das könnte ich jetzt googeln), aber abgesehen davon genoss ich diesen digitalfreien Dienst.
Das Lob dafür schien auf dem Fusse zu folgen.
Gleich zu Beginn meines Dienstes bekam ich ein
eindrückliches Büchlein geschenkt. Später ging es über gemütliche Landstrassen nach Wila, in die Brockenstube der Heilsarmee. Zwei unserer Patienten sind passionierte Brockishopper und so ging ich heute einmal mit ihnen mit, um einen Einblick in "ihre Welt" zu erhalten.
Wir wurden alle mehr als fündig, sogar ich, völlig unerwartet! Als wollte mir der Herr persönlich einen Zaunpfahl an den Kopf knallen, damit ich das Offensichtliche endlich begreife, lag da in der untersten Ecke eines Regals, vergraben unter unscheinbareren, weiteren Ausgaben, doch tatsächlich ein Magazin mit Seto Kaibas hübscher Schnute drauf, so richtig nur für mich! Und das Sammlerstück kostete dabei nicht mal einen Franken, was bedeutete, dass ich es mir von den paar Münzen, die ich gerade noch so dabei hatte, sogar leisten konnte!
Ich hab fast geweint vor Freude, ohne Witz. Unverkennbarer kann ein Zeichen, ein kleines Alltagswunder, für mich nicht sein!

Morgen ist ein neuer Tag... Und dann werde ich daran denken, was ich heute alles gelehrt bekam.

Reicher Lohn
Laute Stille
Aus gegebenem Anlass

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