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Ap
Erinnerungen
15.04.2018 23:00

Heute war ich mit meinem Brüderchen in Schaffhausen. Wir sammelten dort wider Erwarten eine ganze Horde an Pokémon, während wir vom einen Punkt der Stadt zum anderen tingelten... Aber auch sonst war es ein eindrücklicher Tag.

Unsere Route startete beim Kreuzgang des ehemaligen Allerheiligen-Klosters. Dort kreuzten wir erneut St. Anna, die ehemalige Marienkapelle, in der unsere Eltern sich am 3. Juli 1975 kirchlich trauen liessen. Die Kapelle erwies sich als überraschend geräumig und ist voller kleiner Symbole. Schade, dass sie oft verschlossen ist... Und eine seltsame Vorstellung, dass quasi an diesem Ort die Geschichte meines Bruders und mir begann, lange vor unserer Geburt. Durch die Erzählungen in unserer Familie wirkt alles, als wäre alles gerade erst vor kurzer Zeit passiert. Die Erinnerungen wirken so oft präsenter als der ergraute Schleier dieser trostlosen Gegenwart.

Ähnlich verhielt es sich mit unserer nächsten Haltestation, der Munot-Festung. Die alten Gemäuer raunten lauter von vergangenen Tagen als von gegenwärtigen Touris mit ihren peinlichen Selfiesticks.

Krönung unseres Besuches im schönsten Städtchen der Schweiz bildete die St. Maria-Kirche. Mutter erkannte schon vor Jahrzehnten ihr Potenzial, jedoch war sie dort wüst und verwittert. Doch nun, nach der aufwändigen Restaurierung in den 60ern/70ern ist aus ihr eine glänzende Perle geworden, die locker mit den religiösen Palästen in Ungarn mithalten kann. Und auch hier steht der Name und das Wirken der Gottesmutter, die mit der Geschichte meiner Familie eng verwebt ist, wieder im Mittelpunkt...

Manchmal ist es schon spannend, wie sich der Weg des Schicksals fügt. Und wie oft wir letztendlich das sind, auf dessen Grund wir letztendlich gebaut sind.

Anno 1975
St. Maria
Welten im Licht
Die andere Seite...
Song der Woche

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