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Ramadan Mubarak!
16.05.2018 06:10
رمضان مبارك

Ich wünsche allen Muslimen von ♥ einen guten Start in den Ramadan!

Wie viele Christen bete ich ab heute 30 Tage lang zum Wohl unserer Glaubensbrüder. Ja, denn ich bin überzeugt: Auch sie sind unsere Brüder, genau wie das jüdische Volk, haben wir doch alle den selben, göttlichen Ursprung.

Ja, auch ich habe Angst vor der kulturellen Überfremdung vermittelt bekommen und mehr verinnerlicht, als es mir im Grunde genommen lieb ist.
Ja, ich bin mir bewusst, dass weltweit in 60 Ländern Christen durch Muslime verfolgt werden.
Aber Jesus hat uns gelehrt auch für unsere Feinde zu beten, für diese vielleicht sogar noch mehr, da sie oft nicht mit so einem erfüllten Leben gesegnet sind, wie wir. Jedoch bete ich in diesen Tagen bewusst nicht dafür, dass mehr Muslime zu Christen werden.

Warum nicht?
Ganz einfach: Der Herr lässt sich schon von denen finden, die ihn finden sollen, so war und ist es z.B. auch bei mir. Ich vertraue darauf, dass er weiss, was er tut. Die Erlösung durch Anerkennung unseres Herrn Jesus Christus mag ich ihnen natürlich allen gönnen und wünschen.

Ich habe im Grunde kein Problem damit, dass Muslime nun mal Muslime sind.  Auch sie achten das hohe Göttliche und bemühen sich als grosser Teil darum gute Menschen zu sein. Bekanntlich führen viele Wege nach Rom... Wer bin ich, dass ich über einen anderen Weg urteilen kann?

So bete ich hauptsächlich weiter um gegenseitiges, kulturelles Verständnis, Begegnungen im Frieden und vor allem im persönlichen Dank, im Wunsch und um Schutz und Segen für all die Glaubensbrüder und -schwestern, die die Leben meines Liebsten und das Meinige stets in liebevoller Begegnung segnen.

Im Westen werden Muslime derzeit sehr pauschalisiert betrachtet. Ich selbst habe nahezu alle meine Ängste von den Medien vermittelt bekommen und von Leuten, die für diese Medien empfänglich sind.
Keine Muslima wollte mir je persönlich ihr Kopftuch aufzwingen.
Kein Muslim, den ich persönlich kenne, hat jemals auf der Arbeit gejammert, weil er hungernd und durstig schwere Arbeit verrichten muss.
Keinen Gläubigen habe ich je persönlich erlebt, der das Christentum oder regionale Brauchtümer angegriffen hat.

Stattdessen ist da die überaus herzliche Klassenkameradin, die stets ein heiterer Sonnenschein ist.
Da ist die Arbeitskollegin der benachbarten Station, mit der ich ab und an immer mal wieder ein paar nette Worte wechsle.
Da war der ehemalige Arbeitskollegen auf einer meiner früheren Ausbildungsstationen, der regelmässig Blut spenden geht.
Da ist der Chauffeur meines Bruders, der meiner Mutter bis heute nicht vergessen hat, dass sie ihm einfach im Anstand begegnet ist.
Da ist unser Mieter, der uns das halbe Haus in Dankbarkeit für einen fairen Mietpreis renoviert hat.
Alle sprechen übrigens perfekt Schweizer Dialekt. Alle halten sich in einer Selbstverständlichkeit an die regionalen Bräuche. Ich empfinde sie als festen Bestandteil der Bevölkerung, vielleicht sind sie mir sogar lieber als mancher Schweizer und ich bin aufrichtig dankbar, so liebe Menschen in meinem Leben wissen zu dürfen und folglich wünsche ich ihnen nur das Beste, weit über diese Phase des eisernen Verzichts hinaus.

Erster Meilenstein geschafft!
Frühlingsimpressionen 8

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