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Wort zum Sonntag
21.10.2018 16:00

Gnade.

Ich musste erst über dieses Wort nachdenken, war ich mir doch erst nicht sicher, ob es nicht einfach "nur" ein Synonym für Barmherzigkeit ist.
Es zeigte sich jedoch schnell für mich: Das ist es nicht, im Gegenteil.

Ich erinnere mich an eine Szene des Films "Maria Magdalena", in welchem die Protagonistin wider der Weisung des Apostels Petrus handelte und sich nicht auf das Predigen bei gewöhnlichen Gläubigen beschränkte, sondern mit viel Mühe und Anstrengung sich Sterbenden annahm, in den letzten Augenblicken ihres Lebens.
Petrus entgegnete ihr daraufhin: "Das war Gnade."

Gnade ist also gewissermassen sogar ein noch höheres Gut als Barmherzigkeit. Während Barmherzigkeit eine Hilfe in einer Notlage darstellt, so ist Gnade die Steigerung davon: Vollkommene Hingebung für etwas und/oder jemanden, völlig frei irgendwelcher Erwartungen wie zum Beispiel dem Erwarten nach Heilung. Es ist eine Zuwendung, die ganz und gar in und aus reiner, absoluter Liebe geschieht.

Gnade zeigt sich beispielsweise im Dienen; darin, für Andere da zu sein...
Ich erkannte heute für mich ein Stück weit, dass es im Grunde kein Makel ist, dass ich gerne diene und lieber einmal zu oft auf den Mund sitze.
Es ist kein Makel auf das Wohl seiner Mitmenschen zu blicken.
Es ist kein Makel zu unterwürfig zu sein, wie es mir manches Mal gesagt wird.
Es ist kein Makel nicht zuerst an sich selbst zu denken, denn ehrlich: Mir widerfährt viel Gutes, Tag für Tag, ganz ohne mein Einfordern.
Ich liebe es zu geben, sei die Gelegenheit auch noch so banal. Ich sehe Andere gerne glücklich. Und oft sehe ich etwas gar nicht als Zurückstecken, denn es entsteht ja doch allerhand Gutes daraus.

Ich bin dankbar.
Ich bin glücklich.

Herzenslicht
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