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Wort zum Sonntag
10.02.2019 16:20

Lesung aus dem Buch Jesaia:
"Im Todesjahr des Königs Ussijahu sah ich den Herrn auf einem Thron sitzen, hoch und erhaben, und der Saum seines Gewandes füllte den Tempel. Über ihm standen Serafim. Und unablässig rief der eine dem anderen zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen! Die Fülle der ganzen Erde ist seine Herrlichkeit. Und von der Stimme dessen, der rief, erzitterten die Türzapfen in den Schwellen, und das Haus füllte sich mit Rauch. Da sprach ich: Wehe mir, ich bin verloren! Denn ich bin ein Mensch mit unreinen Lippen, und ich wohne in einem Volk mit unreinen Lippen, und meine Augen haben den HERRN der Heerscharen gesehen! Da flog einer der Serafim zu mir, eine glühende Kohle in seiner Hand, die er mit einer Dochtschere vom Altar genommen hatte. Und die liess er meinen Mund berühren, und er sprach: Sieh, hat das deine Lippen berührt, so verschwindet deine Schuld, und deine Sünde wird gesühnt. Und ich hörte die Stimme des Herrn sagen: Wen werde ich senden? Und wer von uns wird gehen? Da sprach ich: Hier bin ich, sende mich!"

Aus dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus ✝:
"Es geschah aber, während das Volk sich um ihn drängte und das Wort Gottes hörte und er am See Gennesaret stand, dass er zwei Boote am Ufer liegen sah. Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen die Netze. Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte die Menge vom Boot aus. Als er aufgehört hatte zu reden, sagte er zu Simon: Fahr hinaus ins Tiefe, und werft eure Netze zum Fang aus! Und Simon entgegnete: Meister, die ganze Nacht hindurch haben wir gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen. Das taten sie und fingen eine grosse Menge Fische, ihre Netze aber drohten zu reissen. Da winkten sie den Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und mit ihnen Hand anlegen. Die kamen, und sie machten beide Boote so voll, dass sie beinahe versanken. Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füssen und sagte: Geh weg von mir, Herr, denn ich bin ein sündiger Mensch. Denn er und alle mit ihm erschraken über den Fang, den sie getan hatten; so auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die Simons Gefährten waren. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Und sie brachten die Boote an Land, liessen alles zurück und folgten ihm."

Sinnen wir also über diese Zeugnisse der Berufung.

Eile nach dem Hause des Herrn

Beide Bibelstellen, auch die des ungewöhnlichen Fischfangs, werden technisch zu den Zeugnissen der Berufung gezählt, nicht zu den Wundern.

Der Pfarrer stellte die These auf, dass der Zimmermann Jesus wohl vom Fischen nicht viel verstand, da er den Fischern mitten bei Tageslicht die Aufforderung zum Fischen gab. Fische sind normalerweise im Schutze der Nacht oder der Dämmerung unterwegs...
Ich denke, Jesus wusste genau, was er tat. Er wusste, dass bei ihm nichts unmöglich ist, auch nicht eine reife Ernte bei vermeintlich unfruchtbarem Boden. In diesem schönen Beispiel der Berufung des Petrus zeigt sich einmal mehr, wie er uns die Hand reicht: Er lässt uns die Wahl, ob wir auf sein Wort vertrauen. Tun wir dies, so hegen wir vielleicht Zweifel. Wir verstehen zwar vielleicht die Aufforderung, jedoch sträuben wir uns manchmal in unserem Menschsein, sind voller (Selbst)Zweifel im Angesichte einer Aufgabe, die uns vielleicht unmöglich lösbar erscheint.

Wir verstehen Gottes Pfade vielleicht nicht auf Anhieb, da wir nicht wissen, was er weiss. Aber in beiden Zeugnissen des heutigen Tages zeigt sich: Da ist nicht nur die Unsicherheit bei den Berufenen, die sich ihrer Aufgabe erst nicht gewachsen fühlen. Da ist auch die Stärke, dass sie ihr Menschsein erkennen, denn aus beiden Szenen geht ein Bekenntnis des Makels hervor. Sowohl der Prophet Jesaja als auch Petrus, eine tragende Säule des Christentums, sind sich bewusst, dass ihre Berufung nicht nur einfach aus einem Talent besteht, das sie mit den Fingern schnippen lässt, um alle Probleme so schlagartig zu lösen. Sie bekennen dem Herrn ihre Fehler, dass dieser sie dabei unterstützt, an ihnen zu arbeiten. Dadurch sind sie sich bewusst, was sie tun können, dass sie etwas tun können, auch wenn sie erst am Anfang ihres jeweiligen Weges stehen.

Diese beiden Beispiele zeigen, dass es ganz verschiedene Wege der Berufung gibt. Und dass jede dieser geistlichen Gaben uns als Christen immer wieder neu dazu auffordert zu vertrauen und sich weiterzuentwickeln. Der Herr kennt uns und weiss, wie jeder von uns ihn auf seine ganz eigene Weise verherrlichen kann, als Christ im Leben.

Beten wir dafür, dass wir dem Herrn derart bedingungslos vertrauen können, wie er uns in unendlicher Liebe immerzu die Hand reicht, um uns auf unserem persönlichen Weg der Berufung zu leiten.

Amen.

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