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Fe
Wort zum Sonntag
24.02.2019 14:40

Lesung aus dem ersten Buch Samuel:
"Da machte sich Saul auf und zog hinab in die Wüste Sif, und bei ihm waren dreitausend Mann, die Ausgewählten Israels, um David in der Wüste Sif zu suchen. Und als David und Abischai in der Nacht zum Volk kamen, sieh, da lag Saul schlafend in der Wagenburg, und bei seinem Kopfende steckte sein Speer in der Erde. Rings um ihn aber lagen Abner und das Volk. Und Abischai sagte zu David: Heute hat Gott deinen Feind in deine Hand ausgeliefert. Und nun will ich ihn mit dem Speer mit einem Stoss an den Boden nageln, einen zweiten werde ich für ihn nicht brauchen. David aber sagte zu Abischai: Töte ihn nicht! Denn wer hätte seine Hand gegen den Gesalbten des HERRN geführt und wäre ungestraft geblieben? Und David nahm den Speer und den Wasserkrug vom Kopfende Sauls, und sie entfernten sich. Und niemand sah es, und niemand merkte es, und niemand wachte auf. Denn sie schliefen alle, da der Tiefschlaf des HERRN auf sie gefallen war. Und David ging auf die andere Seite hinüber und stellte sich in einiger Entfernung auf den Gipfel des Bergs; der Abstand zwischen ihnen war gross. Daraufhin sagte David: Sieh, der Speer des Königs! Einer von den Männern soll herüberkommen und ihn holen. Der HERR aber vergilt jedem seine Gerechtigkeit und seine Treue, denn heute hat dich der HERR in meine Hand gegeben, ich aber wollte meine Hand nicht gegen den Gesalbten des HERRN führen."

Aus dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus ✝:
"Euch aber, die ihr zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde! Tut wohl denen, die euch hassen! Segnet, die euch verfluchen! Betet für die, die euch misshandeln! Wer dich auf die eine Backe schlägt, dem halte auch die andere hin; und wer dir den Mantel nimmt, dem verweigere auch das Gewand nicht. Gib jedem, der dich bittet; und wenn einer dir etwas nimmt, dann fordere es nicht zurück. Und wie ihr wollt, dass die Leute mit euch umgehen, so geht auch mit ihnen um. Wenn ihr die liebt, die euch lieben, was für ein Dank steht euch dann zu? Auch die Sünder lieben ja die, von denen sie geliebt werden. Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für ein Dank steht euch dann zu? Dasselbe tun auch die Sünder. Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr etwas zu erhalten hofft, was für ein Dank steht euch dann zu? Auch Sünder leihen Sündern, um ebenso viel zurückzuerhalten. Vielmehr: Liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, wo ihr nichts zurückerhofft. Dann wird euer Lohn gross sein, und ihr werdet Söhne und Töchter des Höchsten sein, denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.  Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist! Richtet nicht, und ihr werdet nicht gerichtet. Verurteilt nicht, und ihr werdet nicht verurteilt. Lasst frei, und ihr werdet freigelassen werden! Gebt, und es wird euch gegeben werden: ein gutes, festgedrücktes, gerütteltes und übervolles Mass wird man euch in den Schoss schütten. Denn mit dem Mass, mit dem ihr messt, wird auch euch zugemessen werden."

Sinnen wir also über diese Liebe gegenüber Gott in jedem Menschen.

Frieden und alles Gute

Hinter mir liegen harte Tage, auch wenn man sich das vermutlich nur am Bauchumfang meiner Wampe erahnen lässt... Aber ich möchte anders beginnen, bewusst.

Heute lief ich mit meinem Bruder an einer Schar Kinder im Dorf vorbei, die auf dem Platz Fussball spielten (sogar ohne Smartphone, keine Fake News!).
Wie oft musste ich mir schon anhören, die heutige Jugend sei für die Tonne, sie hätten weder Anstand noch sonstige Fähigkeiten?

 

Die Kinder grüssten, freundlich und von sich aus.

Währenddessen darf ich mir anderswo anhören, dass der Papst eine furchtbare Enttäuschung ist, weil nur das in der Wut gehört wird, was gehört werden will und als ob ich dabei persönlich für die Vergehen Anderer gefälligst arg zu büssen habe.
Auf twitter durfte ich feststellen, dass sich Gläubige gegenseitig nicht nur widersprechen, sondern von allen Seiten her sich gegenseitig derart mit Beleidigungen schmähen, dass ich mich in letzter Zeit öfters ein wenig dafür schämte, dass dieser aggressive Haufen nun "meine" Timeline ist.
(Natürlich nicht alle, aber genug und vor allem oft genug... Leider.)

Inmitten dieser verrohten Gesellschaft waren mir diese Kinder, diese kleine und unscheinbare Begegnung, heute also ein grosser Hoffnungsglanz, nebst der Eucharistie, die ich mit vertrauten und weitaus freundlich gesinnteren Brüdern und Schwestern feierlich zelebrieren durfte. Diese bekannten und unbekannten Gesichter, diese offenen Herzen, gaben mir inmitten aufschäumender Wogen ein Zeichen, dass ich nicht müde werden sollte zu hoffen und an das Gute im Menschen zu glauben.

Unsere örtliche "Bus-Schrulle", eine ältere Dame, die manchmal etwas seltsam wirkte, die ich aber für ihre offene Art sehr mochte, meinte oft als beschwichtigendes Fazit zu einer Thematik zu mir: "Wir sind alle Kinder Gottes".
Diese Worte sind mir bis heute hängen geblieben, denn ich erkenne in ihnen viel Wahrheit. Die Menschen an sich mögen heute vielleicht egoistisch wirken, distanz- und respektlos gegenüber allem und jedem, verblendet und erstarrt, aber dennoch bin ich letztendlich doch immer wieder der Überzeugung, dass in jedem Einzelnen der göttliche Kern des Guten wohnt, obgleich wir ihn nicht immer zu erkennen vermögen.

Ich erkenne in meinen einstigen Feinden, dass sie mir in erster Linie leid tun und ich bete für jene, die in den selben Strudeln gefangen scheinen, die mich selbst vor noch nicht allzu langer Zeit in ihrem täuschenden Bann hatten. Ich werde nicht müde mich auf das Gute der Menschheit zu fokussieren und freue mich über die Jugend, die sich zum Wohle des Planeten erhebt, über all die kleinen Alltagshelden, über jede Aussage, die zeigt, dass noch nicht alles verloren ist.

Für diese geistliche Gabe bin ich sehr dankbar.
Manche würden diese Haltung naiv und blauäugig nennen  für mich ist sie nur eines: Sinnvoll, absolut sinnvoll.

Beten wir dafür, dass wir das Gute in allen Dingen nicht aus den Augen verlieren, denn was der Herr für gut erklärt hat, das sollten wir nicht unrein schimpfen.

Amen.

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